Dieser Däne baut den Fehmarn-Tunnel

07.11.2019 Hamburg.  Fehmarn – Wird das Ostsee-Idyll bald von Baggern in zwei Teile geschaufelt?

Dieses Szenario kursiert derzeit in Form einer Simulation im Internet. Auslöser: die geplante Fehmarnbelt-Querung, die unterdirdisch Puttgarden mit der Insel Lolland verbinden soll.

BILD traf den Mann, der es wissen muss: Claus F. Baunkjær, Tunnelbau-Chef aus Dänemark. Der 54-Jährige ist Vorstandschef der Bauplanungsfirma „Femern A/S“. Auf Einladung von Christel Nicolaysen (50, FDP) war er in Hamburg.

Baunkjær: „Ich verspreche: Wir werden die Insel nicht kaputt machen. Sondern einen modernen Tunnel bauen, der alle Anforderungen in Sachen Natur- und Umweltschutz erfüllt.“

Gerade das bezweifeln Naturschützer. Laut einer Sprecherin sind acht Klagen beim Bundesgerichtshof anhängig.

Baunkjær: „Ich verstehe, dass die Bewohner viele Bedenken und Fragen haben, über die sie sprechen wollen. Der Dialog ist uns sehr wichtig.“

Der Plan: Dänemark baut für 7,4 Mrd. Euro den 18 km langen Tunnel, Deutschland die Hinterland-Anbindung. Ziel: In nur zweieinhalb Stunden von Hamburg nach Kopenhagen.

Baunkjær: „Auf Fehmarn finden bereits vorbereitende Maßnahmen statt, vor allem im Bereich Umweltschutz. Wir warten natürlich, bis wir grünes Licht vom Bundesverwaltungsgericht bekommen, bis wir mit dem Bau auf deutscher Seite beginnen. Geplant ist, dass der Tunnel 2028 eröffnet.“

Dann sollen Bahnen und Autos durch die Röhren rauschen können.

Baunkjær: „Als wir die Brücken über den Großen Belt gebaut haben, war eine Mehrheit dagegen. Heute ist es unmöglich, einen Dänen zu finden, der das so sieht. Bei den Schweden und der Öresund-Brücke war es genauso. Heute lieben die meisten diese Brücke.“

Laut Baunkjær entsteht auf Fehmarn durch die Tunnel-Konstruktion sogar ein neuer Strand.

(c) BILD, DANIEL PETERS

Foto: Stephan Wallocha, BILD