Filmemacher fordern mehr Geld für Hamburger Serien

Hamburger Filmemacher, darunter auch Starregisseur Fatih Akin, haben mehr Geld für Serien aus der Hansestadt gefordert. In einem Appell richten sich fünf Hamburger Produktionsfirmen an die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein. Unter dem Dach der Filmförderung wünschen sie sich ein Modell, mit dem auch Serien teilweise finanziert werden können.

Das Fachpersonal wandert ab

Bisher ist es so, dass die Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein Serienprojekte zwar in der Entwicklung fördern darf – aber nicht, wenn es darum geht, die entwickelten Ideen auch umzusetzen. Dadurch habe Hamburg den Anschluss verpasst. Serien würden zumeist in Berlin, Nordrhein-Westfalen oder München produziert und Fachpersonal wandere deswegen ab. Michael Lehmann von der Studio Hamburg Production Group sieht darin eine vertane Chance, denn Serienproduktion sei auch ein Wirtschaftsfaktor. ,,Es ist jetzt an der Zeit, sich zu bekennen, sonst werden die großen Serien der Zukunft woanders gedreht”, so Lehmann.

,,Es gibt international ein großes Interesse an deutschen Serien”, sagte Björn Vosgerau von Wüstefilm. Diese Chance dürfe man nicht verstreichen lassen. Dabei ginge es vor allem um hochwertige Serien für Streaming-Dienste, nicht so sehr um Fernsehserien, die im Auftrag von TV-Sendern produziert werden. Als Budget fordern die Produzenten, darunter auch Verena Gräfe-Höft von Junafilm, rund 1,5 bis 2 Millionen Euro jährlich, je nach förderungswürdigen Projekten.

Antrag für die Bürgerschaft

Die Produzenten haben auch erste Unterstützung aus der Politik. Am Mittwoch will die FDP einen Antrag in die Bürgerschaft einreichen, nachdem der Senat prüfen soll, wie Serien besser gefördert werden können. Nach Angaben der Produzenten hat auch Kultursenator Carsten Brosda (SPD) grundsätzlich Zustimmung signalisiert.

(c) NDR

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