FÜNF FRAGEN AN …
Christel Nicolaysen

Klönschnack | 31.Juli 2018

Um die FDP ist es bundesweit, wie hamburgweit, ruhig geworden. Täuscht der Eindruck?

Wir Liberalen leisten aktiv jeden Tag parlamentarische Arbeit und nehmen unsere Kontrollfunktion als Oppositionspartei in Hamburg und in Berlin wahr. Wir besetzen alle wichtigen Bundes- und Landesthemen. Darüber hinaus hinterfragen wir die Politik der Bundesregierung und des Senats in Hamburg und bringen konstruktive Verbesserungsvorschläge ein.

Die Flüchtlingsfrage scheint derzeit viele andere Themen beiseite zu schieben. Wie will die FDP sich da Gehör verschaffen?

Wir Liberalen nehmen die Flüchtlings- und Integrationsthemen sehr ernst. Wir setzen uns dafür ein, dass der Staat den Rahmen für eine nachhaltige Integration der Menschen mit Bleibeperspektive schafft, sei es mittels Sprachförderung, durch die Integration in das Arbeitsleben und auch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Durchmischte Quartiere, ausreichende Infrastruktur wie Kitas, Schulen und Beratungsangebote sowie maßgebliche Unterstützung beim Zugang zum Arbeitsmarkt sind Mindestvoraussetzungen für eine gelingende Integration. Hierbei muss man darauf achten, dass Integrationsmaßnahmen Nachbarschaften aber nicht überfordern dürfen.

Wie stehen Sie zur Flüchtlingsfrage?

Hamburg ist eine weltoffene Stadt, in der schätzungsweise 630.000 Menschen mit Migrationshintergrund leben. Allein in den Jahren 2015-2017 sind etwa 38.000 Flüchtlinge nach Hamburg verteilt worden. Davon bringen wir gegenwärtig noch etwa 33.000 Menschen unter. Seither stellt diese Situation die Hamburger Politik und Gesellschaft vor viele Herausforderungen. Für die Hamburger Bürgerinnen und Bürger ist eine gelingende Integration der zugewanderten Menschen in den kommenden Jahren eine zentrale Aufgabe unserer Gesellschaft. Die Integrationsangebote müssen sich an den Bedürfnissen und Bildungsgraden der Migrantinnen und Migranten orientieren.

Haben differenzierte Antworten beim Thema Flüchtlinge überhaupt noch eine Chance?

Bei den Flüchtlings- und Integrationsthemen wird häufig polarisiert. Dies ist für die Lösungsansätze, die für die wichtigen Fragen bestimmt werden müssen, nicht hilfreich. Die politische Diskussion muss hier noch wesentlich sachlicher werden.

Dabei brauchen wir eine integrationspolitische Gesamtstrategie und sollten nicht vergessen, dass die Integration keine Einbahnstraße ist. Sie bedarf Anstrengungen beider Seiten. Die Bildung von Parallelgesellschaften muss verhindert werden. Die Kosten für gescheiterte oder bedingt gelungene Integration müssen wir vermeiden.

Mit welchen Themen wollen Sie nach der Sommerpause in der Bürgerschaft Punkte sammeln?

Als integrationspolitische Sprecherin möchte ich gern weiterhin Maßnahmen und Ideen zur verbesserten Integration in Hamburg einbringen. Ich möchte, dass sich die Partizipation und Teilhabe für Geflüchtete mit Bleibeperspektive am gesellschaftlichen Leben nachhaltig verbessern.

 

Quelle: https://www.kloenschnack.de/magazin/regionales/der-alltag-ist-eingekehrt/

Foto: Christel Nicolaysen/ Alle Rechte vorbehalten.